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Aikido in Deutschland

Entwicklung des Aikido in Deutschland



Die Anfänge der Aikido-Bewegung

Der erste Deutsche, der versucht hat, Aikido zu lernen und zu lehren durfte wohl Eugen Hölzel aus Hamburg gewesen sein. Als Judo-Lehrer erhielt er von der Gefängnisbehörde der Hansestadt Hamburg 1951 den Auftrag, Gefängnisbeamte in Selbstverteidigung auszubilden, „.......aber suchen Sie neue Wege!" gab man ihm auf den Weg.

1952 lernte er zum ersten Male während einer Judo-Sommerschule in Neuchatel (CH) Aikido kennen, wie es Minoru Mochizuki unterrichtete. Meister Mochizuki war ursprünglich vom Kodokan zum Aikido-Hombu-Dojo in Tokio gekommen und hatte mit seinen Kenntnissen dort das Go-Shin-Jitsu entwickelt. Mochizuki's Aikido-Stil war etwas eckig und konnte die Nähe des alten Jiu-Jitsu nicht verleugnen.

Zum eigentlichen Aikido, wie es Morihei Ueshiba nach dem Weltkrieg lehrte, kam er 1956 in Süd-Frankreich, als er Masahiro Nakazono, 8. Dan begegnete [Lehrte zeitweise als Chemie-Proffessor an der Universität Paris]. Ungefähr zur gleichen Zeit lernte er auch einen gewissen André Nocquet (*1913 +12. 03. 1999) kennen, der damals gerade aus Japan zurückgekommen war und wohl als erster Europäer den 6. Dan innehatte [über seine Graduierungen gehen dieMeinungen auseinander]. Eugen Hölzel hat als erster in Deutschland 1972 eine Publikation über Aikido herausgegeben, die „Aikido-Fibel". Anerkennung der später entstandenen Aikido-Verbände blieben im Großen und Ganzen aus.

Einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung des Aikido in der Bundesrepublik Deutschland hatte Meister Yoshimasa Kimura, der es bereits Anfang 1965 im Rahmen eines im Pestalozzidorf Dortmund-Marten durchgeführten Judo-Kampfrichterlehrganges vorstellt und anschließend mehrere Lehrgänge durchführte.

Erhard Altenbrandt gehörte zu den an asiatischen Kampfkünsten interessierten Sportlern, die in den 60er Jahren das Glück hatten, an Lehrgängen mit japanischen Aikido-Lehrern teilnehmen zu können. Er bildete mit Gleichgesinnten eine Aikido-Trainingsgemeinsschaft. Erhard Altenbrand (geb. 09. 07. 1939) - heute 6. Dan Aikido und führender Vertreter im Deutschen Aikido-Bund - wurde durch ein Buch von Koichi Tohei auf Aikido aufmerksam. Als aktiver Judoka (2. Dan) hatte er dann die Gelegenheit im Mai 1965 an einem Aikido-Lehrgang in der Sportschule in Tailfingen teilzunehmen. Der Lehrgang wurde von Yoshimasa Kimura - damals 4. Dan Aikido - geleitet. 12 Teilnehmer stellten sich am Ende des Lehrgangs einer Prüfung, 11 erhielten den 6. Kyu nur Erhard Altenbrandt den 5. Kyu (gelber Gürtel).

In Westfalen war der Polizei-Sport-Verein Münster eine weitere Keimzelle des Aikido. Über Kontakte zu einem Judo-Club in Champigny in der Nähe von Paris, bekam Willi Hatt mit dieser "Selbstverteidigung" Kontakt. Willi Hatt, Gärtner von Beruf, war 4. Dan im Judo und leitete zu der Zeit im PSV Katsuaki die Judo-Abteilung. Über den in Japan lebenden Alfred Scholz (5. Dan Judo, 2. Dan Aikido) konnte man Kontakte zum Aikido-Hombu-Dojo knüpfen, die dann schließlich zu dem Ergebnis führten, dass am 21. Oktober 1965 Katsuaki Asai in Münster ankam. Bereits einen Tag später fand im Dojo der Polizei-Kaserne „Carl Severin“ Münster in der Weseler Straße das erste Training statt.

Als Vertreter und Beauftragter der Aikido-Stiftung (Zaidan-Hojin-Aikikai) hatte nun Katsuaki Asai - der jüngste 4. Dan im Aikido - eine große Aufgabe vor sich, die er unter dem Dach des Deutschen Judo-Bundes begann.

1966 (drei Monate später) kam Gerd Wischnewski als 2. Dan-Aikido nach Deutschland zurück. Als "Samurai mit den blauen Augen" hatte er sich in Japan Kendo, Judo, Karate und Aikido gewidmet. Er hatte den Auftrag mit Katsuaki Asai für die Verbreitung des Aikido zu sorgen.

Dies bedeutete aus japanischer Sicht: Herr Asai war der für den Unterricht zuständige Lehrer, Gerd Wischnewski sein Assistent (Kohai - Sempai). Aus deutscher Sicht stellt sich die Situation etwas anders dar. Nach den Regelungen und Satzungen des Deutschen Judo-Bundes (DJB) und des Deutschen Dan-Kollegiums (DDK) [im Aikido wurden die Aufgaben "Prüfung und Ausbildung" von einer technischen Komission übernommen] , die sich organisatorisch für Aikido zuständig fühlten bzw. es de facto auch waren, konnte juristisch nur ein Deutscher verantwortlich für den Unterricht sein. Im Klartext: Gerd Wischnewski als verantwortlicher Lehrer und Katsuaki Asai als Assistent. Viele der an Aikido Interessierten waren auch nicht in der Lage im Aikido mehr als eine japanische Selbstverteidigung zu sehen. Die unterschiedlichen Auffassungen führten schließlich Ende 1965 zu einem Gespräch im Hause von Willi Hatt in Münster. Bei den verschiedenen Sichtweisen der Probleme kam es auf beiden Seiten zu kompromisslosen Positionen u. a. werden überzogene finanzielle Forderungen von Herrn Asai angeführt]. Von der Sicht des DJB eine demokratisch strukturierte Sportorganisation – aus japanischer Sicht, das Iemoto-System [Nachfolge ergibt sich aus der Zugehörigkeit zur Familie des Amtsinhabers oder durch dessen Bestimmung] und das Phänomen der Giri-Verpflichtung [Rücksichtnahme, auf das, was in einer gegebenen Situation sozial erwartet wird] im japanischen Rechtsbewusstsein.

Das Ziel von Katsuaki Asai war wohl auch, aus der ersten Generation eine Elite zu machen, die dann eine positive Entwicklung garantierte. Als Spross einer angesehenen Adelsfamilie, hat er ebenfalls Schwierigkeiten westliche Lebensart und - Haltung auch emotional zu erfassen.

Dies führte schließlich zur Bildung von 2 selbständigen, getrennt arbeitenden Organisationen, die für sich in Anspruch nahmen, allein für die Verbreitung des Aikido in Deutschland zuständig zu sein. Auf der einen Seite die Sektion Aikido des DJB mit Gerd Wischnewski auf der anderen Seite Aikikai Deutschland (Registrierung beim Amtsgericht Münster am 7. 11. 1967 unter der Nr. 1784) mit Katsuaki Asai.

Zum ersten Vorstand des Aikikai Deutschland gehörten:

Dr. Karl-Friedrich Leisinger - Präsident

Dr. Alwin Mock - Vizepräsident

Hermann Kamp - Generalsekretär

Helmut Terstiege - Schatzmeister

Schon bald wurde ein neuer Generalsekretär gebraucht und gefunden. Am 14. 06. 1969 wurde Manfred Putzka, Geschäftsführer des Aikikai Bonn [nicht zu verwechseln mit dem heute bestehenden Aikikai Bonn] gewählt. Manfred Putzka zu der Zeit in der Verwaltung eines amerikanischen Konzerns tätig, nahm seine Sache ernst. Er stellte fest, dass Asai als Bundestrainer in der Satzung nicht aufgeführt war und dass der Name Aikikai Deutschland e. V. ohne den Zusatz „ Fachverband für Aikido“ im Wettbewerb der Aikido-Verbände nicht ausreicht. Seine Vorschläge wurden angenommen. Von da an hieß der erste selbständige Aikido-Verband in Deutschland “Aikikai Deutschland - Fachverband für Aikido e. V.” und es gab nun Regelungen in der Satzungen, die den Beauftragten der Zaidan-Hojin-Aikikai (Aikido-Stiftung) in Tokio seine heutige Bedeutung und Gewichtung gaben.

Manfred Putzka machte Vorschläge, die aus der kleinen Interessenvertretung einen in der deutschen Sportorganisation integrierten Fachverband machen sollte. Im Vorstand gab es da Verständnisschwierigkeiten, die dazu führten, dass Dr. Hendrik Wessels zu Präsidenten gewählt wurde. Er führte Gespräche, die positive Auswirkungen für die Entwicklung des Aikido versprachen. Doch bevor es zu den notwendigen organisatorischen Änderungen kam, ging er aus beruflichen Gründen nach Holland. Dr. Hendrik Wessels und Manfred Putzka stellten ihre Ämter zur Verfügung.

Gerd Wischnewski war bis 1972 im DJB-Sektion Aikido-Bundestrainer. Er ist Verfasser des Buches „Aikido“, das im Falkenverlag erschien, aber heute nicht mehr erhältlich ist. Als er aus gesundheitlichen Gründen ausscheiden musste, wurde Rolf Brand von allen Aikido-Danträgern einstimmig zum Bundestrainer gewählt.

Da das wettkampffreie Aikido und das siegorientierte Judo keine gemeinsame Plattform fanden [Streitpunkte waren u. a. Kompetenzen der technischen Kommission der Sektion Aikido, Mitgliedschaft im DDK und Zuständigkeit des DDK in Prüfungsfragen] trat die Mehrheit (92,4 %) der Aikido-Ausübenden aus dem DJB aus und gründeten am 10. April 1977 den Deutschen Aikido-Bund. Ein zusätzlicher Grund war auch eine Mitgliedschaft von Hartmut Gerber im DDK und der damit verbundenen Konsequenzen. Technisch betreut wurde er anfangs von Ives Cauhépé (* 1935 - + 09.02.1980) und André Nocquet.

Eine kleine Schar treuer DJB-Anhänger verblieb - mit Hartmut Gerber als Vorsitzenden - als „Sektion Aikido" beim Deutschen-Judo Bund und konnte schließlich Kenji Shimizu, Gründer des Tendo-Ryu-Aikido [stilistisch dem Aikikai-System nahe stehend], als Bundestrainer bzw. technischen Berater gewinnen [ab 1978 kam er regelmäßig zu Lehrgängen]. Vertreter des Tendo-Ryu wurde nicht der Vorsitzende der Sektion Aikido Hartmut Gerber, sondern ein Japaner, mit dem 1. Schülergrad im Aikido. Hartmut Gerber gab später sein Amt in die Hände von Rainer Brauhardt und widmete sich anderen Dingen.

1978 kam erstmals Hirokazu Kobayashi nach Deutschland, der eine kleine Anhängerschaft fand.

1979 kam Koichi Tohei 10. Dan zum ersten Mal zu einem Lehrgang nach Rüsselsheim. Auch hier fanden sich Freunde zu einer autonomen Gruppierung zusammen (Ki-No-Kenkyokai).

Auf Verlangen des Deutschen Sportbundes wurde am 1. Juni 1980 der Dachverband Deutscher Aikido-Verbände e. V. gegründet, um allen Aikido-Verbänden die Mitgliedschaft im DSB zu ermöglichen. Im Dachverband waren folgende Mitglieder: Aikikai Deutschland, der Deutsche Aikido-Bund, der Deutsche Judo-Bund „Sektion Aikido" und der Verband für waffenlose Selbstverteidigung. Der Führungsanspruch der Verbände ließ sich nicht mit der organisatorischen bzw. mitgliedermäßigen Wirklichkeit in Einklang bringen und so war ein baldiges Ende dieser Organisationsstruktur absehbar.

Aufgrund eines Grundsatzurteils des Bundesgerichtshofs ist der DAB letztlich Mitglied im DSB und den Landessportbünden geworden.

Im Bereich der Jugendarbeit übernahm für kurze Zeit Manfred Putzka die Aikido-Jugendleitung auf Landes- und Bundesebene und arbeitet bei der 1. Aikido-Fachübungsleiterausbildung als Referent mit (Lizenz Nr.2242 2.35.02 vom 28. 12.1981) Im April 1983 leitete er in der Kaland-Schule Lübeck den ersten Jugendlehrgang.

Ab 1983 kam Seigo Yamaguchi fast regelmäßig zu Lehrgängen nach Deutschland 1986 hielt Morihiro Saito, Kustos des Aiki-Schreins in Iwama und Begründer der Takemusu-Aikido-Ryu – in Nidda sein erstes Aikido-Seminar ab, welches von Mark und Ute van Meerendonk organisiert wurde. Ute und Mark ist es auch zuzuschreiben, dass die Lehrgänge zur regelmäßigen Einrichtung wurden und zu zahlreichen autonomen Dojo-Gründungen führten, welche die Aikido-Tradition übernahmen, die Morihei Ueshiba in den letzten Jahren entwickelt hatte: ein Aikido, in welchem das Waffentraining einen zentralen Platz einnahm (lwama-Ryu-Takemusu-Aikido).

Auch im Jahr 1986 wurde Hiromichi Nagano von Gozo Shioda – Gründer der Stilrichtung Aikido Yoshinkan – zum Landesbeauftragten für Deutschland (Shibuchō) in München eingesetzt und führte zu einer günstigen Position für Yoshinkan-Aikido das bereits mit Karl-Heinz Pohl in Würzburg Wurzeln hatte.

Seit 1993 ist die Sektion Aikido ein zusätzlicher Aikido-Verband mit dem Namen: „Tendoryu Aikido-Verband Deutschland e. V. " (TAD)

Aus dem Aikikai Deutschland - Fachverband für Aikido e. V. sind im Laufe der Zeit noch weitere Verbände entstanden, die von Nobuyoshi Tamura, 8. Dan (Repräsentant des Aikikai für Europa) technisch betreut werden:

Die Freie Deutsche Aikido-Vereinigung e. V. (FDAV) –gegründet 1984 (Amtsgericht Düsseldorf Nr. 6327 vom 20.06. 1984) und der Bundesverband der Aikido-Schulen (BdAS) - gegründet 1988 (17. 02. 1990). In diesem Zusammenhang wäre noch das von Michael Daijiro Nakajima kreierte "Shinki-Ryu Aikido" zu nennen; hier wird Ki vom christlichen Standpunkt aus interpretiert.

Am 27. 04.2002 wurde initiiert von dem ehemaligen Ehrenpräsidenten Rolf Brand die Aikido-Union Deutschland gegründet.

Die Deutsche Aikido Föderation hält die Verbindung zum Aikido-Hombu-Dojo in Tokio über zwei Linien, eine mit Christian Tissier 7. Dan und eine mit Seishiro Endo 8. Dan

Es hat sich aber heute in weiten Kreisen die Einsicht Platz geschaffen, dass Aikido in all seinen Traditionen eine Daseinsberechtigung hat und Aikido-Dachverbände wohl die praktikabelste Lösung sind, Aikido einen angemessenen Platz in der Palette des Budo dauerhaft zu sichern.

Durch das permanente kreative Schaffen von Morihei Ueshiba bei der Entwicklung des Aikido in den letzten Jahrzehnten, lässt sich keine einheitliche Form finden, die sich in einer Ausbildungs- und Prüfungsordnung erfassen lässt.






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Meine Prüfung zum 1. Dan Silvester 1974



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Tamura Shihan's Widmung


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