StartseiteHistorieAikido in Bonn und RSK

Inhalt

Wie es anfing

Die Geburtsstunde

Die ersten Aikido Pioniere

Die ersten Lehrkräfte

Der erste VereinAikido im Rhein-Sieg-Kreis

Das Anno Dojo



Erinnerungen

Erinnerungen

Bild mit Klaus Meyer

Dr. Hendrik Wessels, Manfred Putzka, - Dr. Wilfried Flegel, Sigrit Meyburg-Asai, Gisela Tonn, Reinhard Schulze.......Klaus Meyer


Wie es anfing

1964 besuchte eine japanische Studentengruppe Bonn und demonstrierte in der Turnhalle der Paul-Gerhardt-Schule (heute Till-Eulenspiegel-Schule) in Bonn Karate und eine Selbstverteidigung, die sie Aikido nannten. Es war das erste Mal, dass in Bonn Aikido gezeigte wurde.
Dies war jedoch nicht der Anfang des Aikido, wohl lag in diesem Jahr das Ereignis, welches schließlich Aikido in Bonn heimisch werden ließ. Gunter und Hendrik Wessels - Mitglieder der Kampfmannschaft des 1. Bonner Judo-Club und Jugendtrainer - waren beide in der Vorbereitung auf eine Prüfung zum 1. Dan. Im Sommer bei einem Wettkampf mit einem Verein aus dem Rhein-Sieg-Kreis verletzte sich Gunter beim Ansatz eines Schulterwurfs (Seoi-nage) so unglücklich, dass die Bänder zum Schultergelenk komplett von der Schulterkapsel abrissen. Für den 23jährigen, der 8 Jahre aktiv trainierte, war dies das Ende seiner Laufbahn als Kämpfer.
In einem kurzen Artikel in der Judo-Zeitschrift wurde über einen gewissen Herrn Eugen Hölzel berichtet, der eine ihnen unbekannte Budo-Sportart betrieb, die Aikido genannt wurde. In dieser Disziplin gab es keine Wettkämpfe. Das schien den Brüdern attraktiv. Sie beschlossen einen Lehrgang in Pinneberg bei Hamburg unter der Leitung von Eugen Hölzel zu folgen. Herr und Frau Hölzel waren mehrere Male in Frankreich zu Lehrgängen eines André Nocquet - 6. Dan-(die Angaben über den Grad sind widersprüchlich) gefahren, der gerade aus Japan vom Welt-Aikido-Zentrum zurückgekommen war. Sie waren so begeistert und angetan vom Aikido, dass sie beschlossen, diese Budo-Art auch in Deutschland zu verbreiten.
Gunter und Hendrik Wessels kauften sich das gerade auf dem deutschen Buchmarkt erschienene Buch ”Aikido” von Kisshomaru Ueshiba und versuchten sich so zu vervollkommnen. In ihr Judo-Training, an dem auch Manfred Putzka und Wilfried Flegel teilnahmen, ließen sie so manche ”Aikido”-Technik einfließen. Es war aber eben nur ein dürftiger Behelf.
Ein Unglücksfall beim Wettkampftraining im Universitäts-Judo-Club Bonn setzte nun auch für Hendrik Wessels einen Schluss für den Judo-Wettkampf.
Da wurde in der Judo-Zeitschrift wieder von einem Japaner an der Universität Münster berichtet, der als Mathematikassistent arbeitete und in seiner Freizeit Aikido-Unterricht erteilte. Er besaß den ersten Dan. Jedoch bevor der Kontakt zustande kam, reiste der japanische Wissenschaftler wieder in seine Heimat.
Über den Leiter der Judo-Abteilung des PSV Münster Willi Hatt - erfuhren sie, dass Ende 1965, Anfang 1966 ein neuer Aikido-Lehrer erwartet wurde. Mit Unterstützung durch Herrn Hatt - Inhaber einer Gärtnerei - traf Herr Katsuaki Asai am 21.Oktober 1965 in Münster ein. Er war Beauftragter des Welt-Aikido-Zentrums in Tokio (Zaidan Hojin Aikikai, Tokyo).
Gunter Wessels gab seit Anfang 1966 Judo-Untericht in einem Bewegungs- und Tanzstudio bei Bad Honnef und Aikido-Bewegungen waren wohl auch dabei. Die Leiterin dieses Studios war sehr am Aikido interessiert und machte es möglich, dass Asai dort nicht nur einmal Aikido zeigte und unterrichtete.
Die Brüder Wessels konnten schließlich den 1. Vorsitzenden des 1. Bonner Judo-Clubs Franz Karl Patzner, heute 7. Dan Judo, als Sponsor - wie wir heute sagen - gewinnen.

Die Geburtsstunde der Bonner Aikido-Gemeinde

Pfingsten wurde dann in der privaten Judo-Schule ”Dojo Sakura” von Franz Karl Patzner in Bonn, Colmantstraße der erste Pfingstlehrgang abgehalten. 30 Teilnehmer fanden sich ein. Anschließend wurde eine Aikido-Abteilung im 1. Bonner Judo-Club gegründet, die auf der Jahreshauptversammlung des 1. Bonner Judo-Clubs e. V. 1967 offiziell wurde. Trainiert wurde dienstags und donnerstags; die Teilnehmer zahlten zusätzlich DM 10,00. Meister Asai kam anfänglich einmal, später kurze Zeit zweimal. Die Aikido-Freunde kamen aus dem ganzen Regierungsbezirk Köln; einige nur als Zuschauer wie der bekannte Kölner Polizeibeamte, SV-Ausbilder, Schriftsteller und Original Alfred Hasemeier oder Gerd Hülser, Judo-Lehrer im ESV Köln. Ein Schüler von Gerd Hülser – Wolfgang Keppeler- setzte nach dessen Tod sein Aikido-Studium bei Manfred Putzka weiter fort.

Die ersten regelmäßigen Trainingsstunden fanden dienstags und freitags in der Turnhalle an der Reutherstraße statt.

Am 14. 01. 1971 um 19:55 Uhr startete auch eine Betriebssportgemeinschaft der Ideal Standard GmbH Bonn mit Aikido. Die Fluktuation, die ein so großer Konzern so mit sich bringt, garantierte keine lange Lebensdauer.

Die ersten Aikido-Pioniere

In den Anfangsjahren waren Studenten die stärkste Gruppe der Aktiven. Nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums verließen sie Bonn, blieben aber in der Regel mit Aikido verbunden: Dr. Hendrik Wessels (3. Dan) ging zur europäischen Weltraumforschung <ESA> nach Holland; seine Frau Dr. Brigitte Wessels gehörte ebenfalls zu den ersten Aikido-Freunden in Bonn. Dr. Gunter Wessels wohnt heute in Sankt Augustin und arbeitet für den TÜV Rheinland in vielen Teilen der Welt. Dr. Wilfried Flegel, wohnt in Frankreich und arbeitet im Kernforschungsinstitut CERN in Genf. Wenn ihm Familie und Arbeit Zeit lassen, geht er seinem alten Hobby nach. Dr. Dieter Schwela arbeitet an der Ruhr- Universität in Bochum und ist fast regelmäßig auf der Matte. Rupprecht Kulzer (1. Kyu) - Ruppi, wie wir ihn nannten - wurde Arzt. Dr. Rupprecht Kulzer lebt heute in Obernburg und hat mit Aikido in einem DJB angehörigen Verein wieder sein Training aufgenommen. Zu den ersten in Bonn gehörte auch Sigrid Meyburg; sie heiratete später Katsuaki Asai. Unser Chemie-Student Christian Bartsch ging nach Indien und wurde dort Professor, ob er heute noch Aikido ausübt, ist nicht bekannt.
Auch unter den nachfolgenden Mitgliedern gab es einige, die Wesentliches für die Verbreitung des Aikido leisteten: Klaus Günter Broscheid fing mit Judo an. Sein unregelmäßiger Dienst beim Auswärtigen Amt ließ es nicht zu, 2 mal Judo zu trainieren; er versuchte es mit Aikido und gab sein Judo-Training auf. Beruflich bedingt lebte er lange Jahre in New York, von Yoshimitsu Yamada erhielt er den 5. Dan. Barbara Beste kam 1980 zum Aikido-Club Bonn, wechselte zum Altstadt-Dojo von Dieter Schöck, bevor sie in Frankfurt am Main mit Christian Mann (er leitet heute eine Aikido Gruppe der Iwama Tradition in Köln) zusammen eine Aikidogruppe übernahm. Sie ist auch heute noch in Frankfurt aktiv. Prof. Dr. Thomas Christaller (4. Dan) arbeitet heute erfolgreich in der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung <GMD> in Sankt Augustin. Er gründete in Bonn einen Aikido-Verein, der heute den Namen Aikikai Bonn führt. Hans-Henning Derpa (3. Dan) ist durch Aikido zum Japanisch-Studium gekommen und erfolgreicher Journalist. Professor Dr. Heinz Patt (6. Dan) kam noch als Schüler zu Manfred Putzka; heute leitet er 2 Aikido- Schulen in München und Bonn.

Die ersten Lehrkräfte

Katsuaki Asai - erster Aikido-Lehrer der Bonner - wollte sich als jüngster 4. Dan auf der Welt nicht nachsagen lassen, dass er seiner Aufgabe nicht gewachsen war; so kam es, dass er bei der Prüfung und Verleihung von Graduierungen sehr streng war. Wenn er in Bonn das Training nicht leiten konnte, übernahmen dies Gunter und Hendrik Wessels und wenn diese Verpflichtungen an der Uni hatten, übernahm Manfred Putzka die Aufgabe.

Der erste Verein und weitere Gründungen in Bonn

1977 entstand in Bonn aus der Aikido-Abteilung des 1. Bonner Judo-Clubs e. V. der erste Aikido-Verein in Bonn. Die Satzung schrieb Manfred Putzka, der Name wurde unter maßgeblicher Mitarbeit von Dr. Dieter Schwela festgelegt: ”Aikikai Bonn Gesellschaft für Aikido und japanische Kultur e. V. ” Anliegen von Dr. Schwela war es auch den Gemeinnützigkeitsparagrafen in richtiges Deutsch zu bringen. Das Registergericht zwang uns dann, Schritt für Schritt den Text zu ändern bis..... er wieder die juristische Form hatte. Ein Jurist muss halt nicht Germanistik studieren! Der erste Vorstand bestand aus 3 gleichberechtigten Vorsitzenden: Hendrik Wessels ”Vorsitzender mit dem Zuständigkeitsbereich Unterricht und Ausbildung”, Manfred Putzka ”Vorsitzender mit dem Zuständigkeitsbereich ”Organisation und Verwaltung” und Dieter Schwela ”Vorsitzender mit dem Zuständigkeitsbereich Öffentlichkeitsarbeit".

1975 heiratete Manfred Putzka und zog auf die andere Rheinseite. Bedingt durch einen Berufswechsel löste ihn Klaus Günter Broscheit als Übungsleiter ab. Am 05.04.1978 gründete M. Putzka innerhalb des TV 08 Lohmar eine neue Aikido-Gruppe. Der Vereinsvorstand meldete diese Gruppe dem Fachverband im Landessportbund an. Bald war eine Matte vorhanden und Aikido hatte einen Stützpunkt im Rhein-Sieg-Kreis. Nur der Fachverband war nicht der Verband seines Lehrers, dessen Verband war nicht im Landessportbund. Dies führte zu unüberwindlichen Schwierigkeiten mit Katsuaki Asai.

Was Manfred Putzka, als Bonner in Bonn, nicht geschafft hatte, schaffte ein Student aus Siegen. Er führte Aikido in die Sportschule Bunkyo von Volker Ebener ein. Schon nach kurzer Zeit stellte er fest, dass sein Studium mehr Zeit beanspruchte, und so ergab es sich über den Fachverband, dass Manfred Putzka dann diese Gruppe betreute.

Einer der ersten Schüler, die dann zu der Gruppe stießen, war Dieter Schöck. Die Gruppe war sehr klein, so dass er wohl oft den Eindruck hatte, Privatunterricht zu bekommen. Bald stellte sich heraus, dass unter kommerziellen Gesichtspunkten die Gruppe nicht lebensfähig war und so wurde Dieter Schöck an Klaus verwiesen. Dort setze er dann seine Ausbildung weiter fort, auch als Broscheit für längere Zeit nach New York zog und dort bei Yoshimitsu Yamada trainierte.

Einige Mitglieder des Aikikai Bonn - später umbenannt in ”Aikido-Club Bonn” - wollten eine eigene Trainingsstätte, die ein tägliches Training ermöglichen sollte. Dies wurde auch durch die intensiven Anstrengungen unter der Leitung von Schöck erreicht.

Ende 1981, Anfang 1982 kam Klaus Broscheit nach längerem Aufenthalt in New York nach Bonn zurück.

An dem Tag, an welchem die Aktiven Klaus Broscheit mit dem Dojo überraschen wollten, kam es zur Spaltung innerhalb des Aikido-Club Bonn. Heinz Patt, Dietmar Oertel, Henner Derpa, Barbara Beste, Wolfgang Weißgerber (Mitgründer der FDAV) und Dieter Schöck trennten sich u. a. auch wegen der persönlichen Haltung von Klaus Broscheit. Das so entstandene Altstadt-Dojo verwaltete - vorerst kommissarisch - Dieter Schöck, beim Training unterstützt von Wolfgang Weißgerber und den anderen Aktiven, wie z. B. auch Florian Erb, einschließlich einiger Gäste wie Eginhardt Köhler und Jürgen Klages.

1982 reisten Dieter Schöck und Heinz Patt zu Yamada nach New York. Sie hatten im sportwissenschaftlichen Institut (SWI) mit ihm einen Lehrgang organisiert und waren eingeladen worden. Es ergab sich danach, dass im gleichen Jahr Schöck die Leitung des Altstadt-Dojo in Bonn, Krausfeld 10, nun offiziell übernahm; zeitweise trainierten dort bis zu 100 Personen. 1984 trennte sich Wolfgang Weißgerber vom Altstadt-Dojo und zog fort. 1985 wurde die Trainingsfläche unter persönlichem und finanziellem Einsatz vergrößert.

Ein Rückschlag bahnte sich an, als Thomas Christaller nach Bonn kam und sich in allen Aikido-Dojos umsah und Kontakte knüpfte. In der Nähe des Poppelsdorfer Schlosses, Venusbergweg gründete er schließlich eine eigene Einrichtung unter dem frei gewordenen Namen ”Aikikai Bonn”. Zur gleichen Zeit entstand an der Uni Bonn eine Aikido-Gruppe, die von Klaus Runte, Schüler von Klaus Broscheit, geleitet wurde.

Das Dojo im Krausfeld musste aufgegeben werden, 1986 zog man ins Kulturzentrum ”Brotfabrik” in Bonn-Beuel um. Wenig später mietete der von Schöck initiierte Verein ”Aikido-Dojo-Bonn e. V.” Räume in der Georgstraße an, damit weiterhin Aikido in der Altstadt vertreten war.

Eine Erkrankung von Dieter Schöck 1987, in Verbindung mit einem stärker werdenden Konkurrenzverhalten der einstigen Trainingspartner, führten dann zum Ende seiner aktiven Arbeit für das Aikido in Bonn.

Dr. Heinz Patt richtete in Bonn Buschdorf im Haus seiner Eltern ein Aikido-Dojo ein, ”Aikido-Schule Heinz Patt”, das dem Bund der Aikido-Schulen angeschlossen ist.

Der Bonner Aikido Club e. V. ist heute Mitglied im Nordrhein-Westfälischen Aikido-Verband und gehört zum Tendo-Ryu Aikidoverband Deutschland.

Aikido im Rhein-Sieg-Kreis

Aikido im Rhein-Sieg-Kreis
Aus beruflichen Gründen zog Manfred Putzka in den Rhein-Sieg-Kreis (Sankt Augustin) und musste seine Trainingsmöglichkeiten dem Beruf anpassen. Das führte schließlich nach seiner Heirat -1975- am 5. 4 1978 zu Gründung einer Aikido-Abteilung im TV 08 Lohmar. Unterstützung fand er dabei bei seinem Schwiegervater Walter Schleuter, der dort Sportwart war. Die Aikido-Abteilung wurde der Sektion Aikido im Deutschen Judo-Bund angeschlossen. Nach anfänglichem positivem Verlauf in der Sektion Aikido im DJG, kam es schließlich zu Schwierigkeiten und Missverständnissen - u. a. wegen der immer noch bestehenden Bindungen von Manfred Putzka zu seinen japanischen Lehrern.

Der Aikido-Verband NRW -Landesverband des Deutschen Aikido-Bundes - war inzwischen in den Landessportbund aufgenommen worden und so wechselte die Lohmarer Gruppe nach 10 Jahren 1988 den Verband.

Manfred Putzka war anfangs Fachwart für Aikido (Abteilungsleiter) und Trainer gleichzeitig, konnte aber später die Verwaltungsaufgaben an Wolfgang Neu abgeben, der als erster Lohmarer die Prüfung zu 1. Dan Aikido bei Jacques Bonemaison (FDAV) bestand. Wolfgang Keppeler aus Köln, der regelmäßig zum Training nach Lohmar kam, war der zweite Schüler, der den schwarzen Gürtel errang. Im Amt des Fachwarts folgten dann Rolf Dickersbach und Kay Weinrich. Im Laufe der Zeit erweiterte sich auch der Kreis der Übungsleiter. Wolfgang Neu, Rolf Dickersbach, Uwe Menz, Ulrike und Jens Putzka erwarben die Übungsleiterlizenz „Breitensport“. Volker Caspari war der 2 des Vereins – neben Manfred Putzka, der eine Fachübungsleiterlizens des DAB erwarb; im Sommer 2000 bestand er auch die Prüfung zum 1. Dan.

Manfred Putzka verließ den TV 08 Lohmar und die von ihm gegründete Abteilung als er zufällig auf eine Lohmarer Aikido home page stieß, welche einige Abteilungsmitglieder ins Netz gesetzt hatten; über vieles wurde berichtet nur nichts über den Lehrer und Übungsleiter, der die Abteilung gegründet hatte.

Am 03. 12. 1979 eröffnete Jürgen Hofmann – ehemaliger Europameister und Vizeweltmeister im Karate - gegenüber dem Kaufhof - sein Sportcenter Taisho in Siegburg und integrierte auch Aikido in sein Sportangebot. Der erste Aikido-Lehrer hier war Klaus-Dieter Petermann. Seit März 1990 leitet er in Niederkassel-Ranzel eine eigene Aikido-Schule.

Nach einer Unterbrechung im Übungsbetrieb, wurde nach dem Umzug des Sportcenters Taisho in neue Räume am 22. 10. 1994 Aikido wieder ins Programm aufgenommen, Lehrer war diesmal Manfred Putzka.

Im Schuljahr 97/98 wurde im städtischen Anno-Gymnasium Siegburg - in dem so genannten Jubiläumsjahr (400 Jahre städtisches Anno-Gymnasium Siegburg) - eine Arbeitsgemeinschaft Aikido für Mädchen eingerichtet. Ulrike Putzka - Diplom-Sozialpädagogin leitete - unterstützt von Ulrike Molitor, Lehrerin im Gymnasium - diese Gruppe. Die Teilnehmerinnen schlossen den Kurs mit einer Prüfung zum gelben Gürtel ab. Im folgenden Schuljahr 98/99 konnte die Arbeitsgemeinschaft fortgeführt werden. Zweiundzwanzig ”lernbegierige Damen" erschienen mittwochs auf der Matte, um sich kundig zu machen. Für das Schuljahr 1999/2000 fanden sich Anfang des Schuljahres über 30 Mädchen ein, von welchen 14 am Selbstbehauptungsseminar teilnahmen und bis zum Schuljahresende durchhielten. Die Arbeitsgemeinschaften wurden fester Bestandteil im Schulleben.

Ursprünglich nur als Koordinierungseinrichtung ”Presse und Öffentlichkeitsarbeit” für die bestehenden Aikido-Gruppen vorgesehen, entstand am 3. 11.1997 der Aikido-Club Siegburg e. V.

Die Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen führten schließlich zu dem Wunsch, auch in Siegburg eine Kinder/Jugendlichen-Gruppe einzurichten. In Zusammenarbeit mit dem Sportamt der Stadt und auf der Grundlage guter Beziehungen mit dem 1. Siegburger Judo-Club war es nun möglich in der Turnhalle der Gemeinschafts-Hauptschule ”innere Stadt" am 29. 10. 98 eine Gruppe zu starten. Übungsleiter und Trainer wurde Jens Putzka, der über 10 Jahre Aikido ausübte. Etwas später konnte mittwochs auch eine Gruppe für Erwachsene eingerichtet werden. Die ersten offiziellen Mitglieder dieser Gruppe waren Deborah Hoffstadt und Annika Schmitz.

Über Kontakte in Siegburg entstand in einer Sportschule auch in Hennef eine Aikido-Gruppe - geleitet von Marie-Luise Böhm aus Bonn. Nach einiger Zeit löste sich die Gruppe von der Schule und schloss sich dem Hennefer Judo-Club an; organisatorisch gehört sie zum Aikikai Deutschland – Fachverband für Aikido e. V.

1999 wurde dann eine weitere Aikido-Gruppe des Aikikai in einer Sportschule in Lohmar eröffnet, die von Klaus-Dieter Petermann, Niederkassel-Ranzel, geleitet wurde, aber nicht lange Bestand hatte.

Aikido Club Siegburg und das Anno-Dojo

Das Anno-Dōjō

Die positive Zusammenarbeit des Aikido-Clubs Siegburg mit dem Anno- Gymnasium machte es möglich, dass der Club den ehemaligen Kunstraum unter der Turnhalle als Übungsraum bekommen konnte. Nach einer sich über Wochen hinziehenden Umgestaltung, begann der Aikido-Club Siegburg e. V. am 15. August 2000 in diesem Raum mit der „Kunst der Selbstverteidigung Aikido", Karl-Heinz Göttling, Ewald Fischer und die gesamte Familie Putzka griffen in die Werkzeugkiste zu Hammer und Spachtel, zu Pinsel und Farbe, zu Besen, Schrubber und Eimer - sie schraubten, hämmerten, malten, nähten und putzten bis alles so war, wie man sich das so ausgedacht hatte.

Aikido unterscheidet sich wesentlich von anderen asiatischen Selbstverteidi- gungssystemen, weil der Praktizierende nicht nur physisch gefordert wird - das Ziel ist auch nicht ein Sieg, sondern die Aufrechterhaltung der Kontrolle über sich selbst und eine negative Situation. Der Gegner ist ein Partner und soll durch Aikido die Sinnlosigkeit seines Handelns erfahren. Das setzt eine besondere Atmosphäre voraus in der Aikido-Unterricht stattfindet. Diese lässt sich in der Regel nicht ideal in Sportstudios oder in Turn- und Gymnastikhallen verwirklichen.

Der Übungsraum - Anno-Dojo genannt - der vom Gymnasium und vom Aikido- Club Siegburg genutzt wurde, hatte die Möglichkeit diesem Ziel sehr nahe zu kommen.

Der verantwortliche Lehrer Manfred Putzka - 4. Dan Aikido - hatte den Aikido-Unterricht so organisiert, dass alle Aspekte des von Morihei Ueshiba geschaffenen Aikido zur Geltung kommen.

Das Dojo bot die Möglichkeit, dass sich Aikido-Arbeitsgemeinschaften der Schule für jüngere und ältere Schüler und Schülerinnen einrichten ließen. Verbindungslehrerin war Ulrike Molitor.

Es entstand eine „Arbeitsgemeinschaft Aikido für Mädchen“ (5 und 6. Stufe) die mit 24Teilnehmer-innen startete und auch in den offiziellen Publikationen der Landesregierung aufgeführt und offiziell beim Landessportbund angemeldet war. 2 Schülerinnen blieben auch noch nach der 6. Stufe und konnten den 3. Schülergrad (grüner Gürtel) erwerben. Die AG bestand bis zu den Herbstferien 1997.

Ohne Vorinformation und sehr kurzfristig wurde der Übungsraum vom Gymnasium zurück gefordert und nahm dem Verein alle Übungsmöglich-
keiten, auch die Senioren- und Jugendarbeit war erstmal damit beendet.

Dem Sportamt der Stadt Siegburg und einem Vereinsmitglied war es zu danken, dass eine Übungseinheit in der Gymnastikhalle des Anno-Gymnasiums eingerichtet werden konnte und die Jugendlichen in der Heinrich-Hansel- mann-Schule in Sankt Augustin eine Bleibe fanden.

Über einen Kontakt des Jugendamtes konnten wir dann bis Ende 2008 weitere Übungsmöglichkeiten in einer Kickboxschule in Sankt Augustin Menden mieten. Da unsere finanziellen Mittel begrenzt waren und die Einrichtung nicht den erhofften Mitgliederzuwachs brachte, musste diese Möglichkeit Ende 2008 wieder aufgegeben werden.

Aikido-Club Siegburg

Am 3. November 1997 trafen im Hause von Ulrike und Manfred Putzka sieben Aikidoka zusammen, die den ersten Siegburger Aikido-Club gründeten; das waren Lydia Cardo Losado, Uwe Menz, Udo Meurer, Jens Putzka, Manfred Putzka, Ulrike Putzka und Uli Borchert.

Die Satzung folgte dem Muster des ersten Bonner Aikidoklubs „Aikikai Bonn – Gesellschaft für Aikido und japanische Kultur“ und hatte drei gleichberechtigte Vorsitzende mit speziellem Aufgabenbereich.

Zum ersten Vorstand gehörten:

Manfred Putzka Vorsitzender mit dem Sachgebiet
„Unterricht und Ausbildung“
Ulrike Putzka Vorsitzende mit dem Sachgebiet
„kaufmännische Verwaltung“
Jens Putzka Vorsitzender mit dem Sachgebiet
„Öffentlichkeitsarbeit und Jugendarbeit“

Als Jens Putzka folgte Pascal Bergmeier für kurze Zeit nach, der dann später von Udo Meurer abgelöst wurde.

Im Großen und Ganzen gab es wenig Veränderungen im Vorstand zumal nach der Satzung die Aufgabenbereiche auch kommissarisch von anderen übernommen werden konnten.

Ab 2. 12. 2009 gehört Michael Gratze dem Vorstand an.



Druckbare Version